Fatale Bildergläubigkeit

Fatale Bildergläubigkeit

13. August 2019 | Dr. Thomas Stoll

Eine entscheidende Ursache für die ausufernde Zahl von Rückenoperationen sind falsch interpretierte Röntgen- und Kernspinaufnahmen. Insbesondere bei der Wirbelsäule sind Verschleisserscheinungen mit Abnützung insbesondere ab 40 jährig sehr häufig und nicht unbedingt die Ursache der Beschwerden.

So kann eine ausgeprägte Veränderung symptomfrei bleiben und eine unauffällige kleine Vorwölbung starke Schmerzen verursachen. Oft sind auch augenfälligere Veränderungen an mehreren Stellen vorhanden was die Identifikation der Schmerzursache nochmals erschwert.

Für diese Aussagen sprechen gemäss The Lancet folgende wissenschaftliche Befunde:

  • 34% haben keine Symptome trotz deutlichem Bandscheibenverschleiss
  • 57% haben Symptome wegen des Bandscheibenverschleisses
  • Bei den olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wurden bei 107 gesunden jungen Athleten ein MRI durchgeführt und dieses zeigte in 35% (37 Athleten) mässige bis ernste Verschleisserscheinungen der Bandscheibe

Das Spinasana Team meint dazu:

Die zunehmende Bildergläubigkeit ist fatal, was in erster Linie für die Wirbelsäule zutrifft. Es sollen nicht nur die Röntgenbilder operiert werden! Nur wenn der Röntgen- und MRI Befund mit dem Symptombild klar übereinstimmen, soll die Operation überhaupt in Erwägung gezogen werden dürfen. Deshalb braucht es eine Zweitmeinung, denn «mehrere Augen sehen mehr».

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